Roman Poseck: „Wir erhöhen den Druck auf Einbrecher und setzen auf eine Kombination aus Prävention, verstärkten Fahndungsmaßnahmen sowie moderner Technik.“
Mit Beginn der dunklen Jahreszeit verstärkt die hessische Polizei erneut ihre Maßnahmen zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls (WED). Die vom Hessischen Landeskriminalamt (HLKA) koordinierte Kampagne „Dunkle Jahreszeit 2026/2027“ startet am Montag, 26. Oktober 2026, und läuft bis Sonntag, 28. März 2027 und ist Teil der hessischen Gesamtstrategie „Gemeinsam Sicher vor Diebstahl und Einbruch“. In diesem Zeitraum setzt die Polizei auf gezielte Fahndungs- und Kontrollmaßnahmen, die durch einen Aktionstag und eine Aktionswoche ergänzt werden. Ziel ist es, potenzielle Täter frühzeitig zu erkennen, Tatgelegenheiten zu reduzieren und weitere Einbrüche zu verhindern. Zugleich sollen Präventionsangebote die Bürgerinnen und Bürger für wirksamen Einbruchschutz sensibilisieren.
Innenminister Roman Poseck erklärt: „Ein Einbruch bedeutet für die Betroffenen häufig weit mehr als den Verlust von Wertgegenständen. Jemand Fremdes dringt in den Privatbereich ein. Das sorgt bei den Betroffenen nachvollziehbar für Verunsicherung. Deshalb geht die hessische Polizei auch in diesem Herbst und Winter konsequent gegen Wohnungseinbrecher vor. Mit gezielten Kontrollen, einer engen länderübergreifenden Zusammenarbeit und moderner Technik erhöhen wir den Druck auf potenzielle Täter. Gleichzeitig ist Prävention wichtig, damit Einbrüche möglichst gar nicht erst passieren.
Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 zeigt mittelfristig eine sehr erfreuliche Entwicklung bei den Wohnungseinbruchsdiebstählen: Sie sind in Hessen zwischen 2015 und 2025 um insgesamt 42 % zurückgegangen. Leider hat es aber im vergangenen Jahr eine Trendumkehr dieser positiven Entwicklung gegeben. Im Jahr 2025 sind die Fälle gegenüber 2024 um 910 Fälle auf 6.777 angestiegen. Entwicklung nehmen wir sehr ernst; ich sehe in ihr einen Handlungsauftrag; wir wollen diesem Trend von Anfang an entgegentreten und uns ausdrücklich nicht auf dem mittelfristigen Rückgang der Fallzahlen ausruhen. Unser Anspruch ist es, die Sicherheit der Bürger in ihren eigenen vier Wänden bestmöglich zu gewährleisten.“
Gezielte Fahndung und moderne Analyse
Die hessische Polizei führt Schwerpunktfahndungs- und Kontrollmaßnahmen durch und wird dabei auch mit den Sicherheitsbehörden aus den Nachbarländern Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zusammenarbeiten. Im Fokus stehen sowohl reisende Tätergruppen als auch örtliche Täter. Durch die Auswertung und Zusammenführung von Erkenntnissen sollen Tatserien erkannt, Täterstrukturen aufgedeckt und weitere Ermittlungsansätze gewonnen werden. Moderne Analyse- und Geoinformationssysteme unterstützen die Polizei dabei, regionale Schwerpunkte zu identifizieren und die Maßnahmen gezielt an der aktuellen Lage auszurichten.
Die diesjährige WED-Sommerkampagne zeigte die Bedeutung dieses Ansatzes: Die hessische Polizei führte mehr als 6.000 Personen- und Fahrzeugkontrollen durch und gewann dabei wichtige Erkenntnisse zu Täterstrukturen.